Der Ohio und seine Geisterschiffe sind ja Legende. Erneut wurde es Realität, daß wir, die wir im Rahmen der Städtepartnerschaft den Weg von München nach Cincinnati gefunden haben, dieser Legende nachgehen konnten. Das Ergebnis sei vorweggenommen, alles was Sie lesen werden ist garantiert frei erfunden, es gibt vielleicht den Ohio - vielleicht sage ich - aber Geisterschiffe?
Dem Programm des Jahres 1999 kann man es entnehmen, wir Juristen aus München haben uns erneut an Bord eines Schiffes eingefunden, das uns den Ohio auf- und abwärts tragen sollte. Die Yacht - wie man bei uns sagen würde, das "boat" - wie es drüben lapidar heißt, war hochseetüchtig, und verfügte über 2 Motoren mit insgesamt 680 PS. Der maximale Spritverbrauch lag bei ca. 52 Liter pro Stunde, eine Leistung die normalerweise den Verbrauch von Panzermotoren beschreibt. Nur Düsenflugzeuge schlucken mehr. Aber Treibstoff kostet ja quasi nichts im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Nach dem Entern des Schiffes haben wir mit ca. 12 Personen, also ca. 55 PS pro Person, einem guten Schub/Gewicht-Verhältnis, in gemächlicher Fahrt unter Aufschreckung einiger Biber den Hafen verlassen. Wir sind erst flussaufwärts gefahren, bevor wir nach ca. 1 Stunde Fahrt umgekehrt sind. Schiffe in den USA sind bis 100 t (Tonnen) Gewicht ohne Lizenz (Führerschein) fahrbar, so daß ... richtig ... kurzerhand die bayrischen Piraten Oberhand über das Schiff gewonnen haben. Kreise drehend torkelte die 250.000 $$ Yacht langsam wieder zurück Richtung Cincinnati. Es ist strenggenommen erstaunlich, auf welch engem Raum man mit gezieltem Einsatz von Schub und Gegenschub von zwei Motoren ein Schiff dieser Größe drehen kann. Stellen Sie sich einen betrunkenen Korken auf der Isar vor, so ungefähr trällerten wir zurück Richtung Cincinnati. Nach einem dezenten Hinweis des Käpten´s, daß dies eine Alkoholkontrolle nach sich ziehen könne, wurde dann auf Vernunftsbetrieb umgestellt, und bei Erreichen der Stadt wieder dem Inhaber die Herrschaft übergeben. Dieser hat uns dann als Belohnung an der inzwischen beleuchteten Skyline vorbeigefahren, weiter flussabwärts, und am entgegenliegenden Ufer zurück. Auf der Seite gegenüber befinden sich einige River-boats unterschiedlichster Art, vom harmlosen Burger-Lokal bis zum "Anlege- und Abschleppschuppen". Diese Lage ist deswegen so begehrt, weil man von gegenüber einen herrlichen Blick auf die nächtlich beleuchtete Stadt hat.
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